Josef Winkler
Josef Winkler

About

Winkler is an artist of the informel with very individual traits. The mature, later works show the diversity of the artist who does not endlessly repeat his themes and forms but constantly seeks and sizes new ground as soon as a cycle of paintings is complete.

Winkler ist ein Maler des Informel mit einer starken individuellen Geste. Das reife Spätwerk zeigt die Wandlungsfähigkeit des Künstlers, der stets nach neuen Ufern aufbricht, sobald ein bilderzyklus abgeschlossen ist.

Winkler est un peintre de l`informel aux traits fortement individuels. Son ouvre tardive et mure montre l`apitude de artiste à se diversifer, lui toujours èn quete de nouveaux rivages, ausstot un cycle de peintures terminé.
Location
Vienna, Austria
Website
http://www.atelier-winkler.com
Work
Josef Winkler über seine Malerei


Was ist das Wesentiche bei der Abstraktion? Eigentlich handelt es sich ja nicht um Abstraktion, sondern um gegenstands-
lose Malerei. Was wir sehen und hören, haben wir gespeichert - in der Umsetzung in ein Medium der bildenden Kunst ist
es so, daß man auf einen seelisch-geistigen Gehalt reduziert. Abstraktion ist nicht literarisch, eine Wiedergabe in ablesbarer
Form, sondern es ist die Auseinandersetzung mit einem Thema, das rein von der seelisch-geistigen Konzeption herkommt.
Die Auseinandersetzung mit der folterkammerähnlichen Situation im Atelier, w0 man die weiße Fläche vor sich hat - egal
ob Holz, Leinen oder Papier - ist so, wie sie viele Maler schon hatten: den ersten Strich oder Punkt zu machen und nicht
ein Bild entstehen zu lassen, das schon vorher im Kopf da war. Das wäre nur eine Wiederholung eines bereits gemalten Bil-
des. Dabei fehlt die Spontanität und der Kampf, der sich - nach meiner Erfahrung - so entwickelt, daß irgendwann am
Beginn des Arbeitsprozesses das Bild einen Moment erreicht, in dem es mir Antwort gibt. Das klingt zwar kompliziert, aber
unter Antwort verstehe ich den Dialog zwischen Maler und Werk. Erst dann beginnt der richtige Arbeitsvorgang, während
dem man ein Bild immer wieder neu erzeugen muß, Die Schwierigkeit liegt auch darin, sich beim nächsten Bild nicht zu
wiederholen, die Angst davor habe ich jedes Mal. Man sollte nicht beim ersten Bild schon sagen können, man habe das dril
te auch schon gesehen usw. Es ist eine lebendige Geschichte wie eine Vereinigung zwischen Mann und Frau, weil auch das
Erotische eine große Rolle spielt und für mich thematisch sehr wesentlich ist. Das ist vielleicht das Credo meiner Malerei,
wenn man von der rein farblichen Auseinandersetzung und Sensation, die sich aul einem Bild abspielt, zu dem geht, was
unter der Bildfläche ist und immer wieder zum Durchbruch kommt.
Ein Bild muß so weit offen sein, daß es für jeden Betrachter die Möglichkeit einer weiteren Diskussion bietet, er soll die Aus-
einandersetzung, die ich mit dem Bild hatte, fortsetzen. Das erst gibt ihm den Wunsch, das Bild zu besitzen, weil er das Gefühl
ha| daß der Erzeuger dieser Oberfläche einen Kampf hinter sich gebracht hat, der für den Beschauer weitergeht. Viele der
Erwerber meiner Bilder, die nie zuvor ein abstraktes Bild besessen haben, waren sofort von der Komposition eingenommen,
ohne den Namen des Künstlers zu kennen, aber die Kraft kam aus dem Bild zu ihnen.
Man braucht ein Konzept, ohne literarisch zu sein, aus dem man schöpfen kann. Von der Geburt bis zum Tod ist alles, was
Leben ausmacht - Sexualität, Leiden und Probleme - neben den Standortbestimmungen des Alters, in denen die Summe
der Erfahrungen mitschwingt, in diese künstlerische Aussage integriert. Dies ist meine Spange von Alpha zu Omega: die
Erotik, die sich nach Freud wie ein roter Faden durchs Leben zieht, all die kleinen Tode, die man auch in der Vereinigung
erlebt. Beim Malen bin ich ein vollkommen eruptiver Mensch, der die Farbe und den Inhalt benützt, um sich in seiner Spra-
che auszudrücken. Viele Dinge im Leben werden geistig-seelisch erfaßt und man kann nicht achtlos vorübergehen, alles hat
Bedeutung, es gibt aber Schwerpunkte. Der Künstler sollte in seiner Zeit Seismograph sein, nicht politische Dinge aufsau-
gen und sich für einen politischen Maler ausgeben oder Psychotherapeut, der mit seinen Bildern heilen will, sondern die
Inhalte sollten substantiell sein.
Ich male auch nicht gerne, aber ich bin von der Malerei besessen. Dabei erreichen nur wenige Bilder einen gewissen Grad
an Perfektion, die für den Zeitpunkt, an dem sie gemalt wurden, einmalig war und unwiederholbar bleibt.
Die Reduzierung der Farbe hat sich nach der langen Abstinenz von der Malerei ergeben, begonnen.hatte ich im Umkreis der
Wiener Schule des Phantastischen Realismus, man kannte damals nichts anderes, vor allem nicht das, was international
passierte. Als ich nach fahrzehnten wieder begann, hatte ich das Glück, kurze Zeit wie ein Kind zu malen, unbeschwert mit
breiten Pinseln, Farbbahnen ziehend, eruptiv. Bis die Malerei dann eine andere Position in meinem Leben einnahm. Dabei
kam die Erkenntnis, daß Buntheit eine gefährliche Möglichkeit des Ausdrucks ist, da man sich in ihren Sensationen verliert.
Sie übertünchen Fehlerquellen wie auch das Handwerk zu diesem Vertuschen dienen kann. Es kam der Anspruch, sich mit
Wenigem, aber substantiell auszudrücken; sich mehr zu konzentrieren durch Reduktion von Form und Farbe, auf das, was
man sagen will. Dabei gibt es Vorbilder, ohne die man nicht auskommt - Tapies ist dabei ein wichtiger Mentor für mich,
den man glücklicherweise nicht kopieren kann, ich versuche diese Mauerbilder, die er als einer der ersten in die Malerei ein-
brachte, in meine Sprache umzusetzen. Es sind Dinge wie spontane Kritzelei oder der natürliche Verwitterungsprozeß, die
einen Oberflächenreiz entwickeln und ich konnte mein Kürzel gut nebeneinandersetzen, ohne einen Zusammenhang her-
zustellen, der ein Aussageproblem mit sich bringen würde. Ohne die eigene Sprache zu verlieren, trotz Veränderung oder
veränderter Aussage bleibt der ehrliche Künstler stets erkennbar.
Das ,,Freiarbeiten", die Entwicklungsschritte bei den Papierarbeiten, sind für die Entstehung der großen Bilder äußerst wich-
tig. Die Malerei ist für mich täglich ein Neubeginn, mit all seinen Problemen, der Kampf ist jeden Tag der gleiche.

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Education
Winkler was born on 15. Nov. 1925 in Vienna where he completed his schooling and in 1946 began studying at the Graphical School and Research Institute.
In 1947/48 he then studied Fine Art at the Viennese Academy under Prof. Josef Dobrowsky and nude drawing under Prof. Herbert Boeckl.
From 1948 to 1950 Winkler was a scholar at the Guildford School of Art, England.
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